Sozialer Ausschluss und Gegenstrategien (2)

Soziale Infrastruktur – Welfare Policy from below

Beschreibung:  Das Konzept von Sozialer Inklusion und Exklusion ist verglichen mit Vorstellungen vertikaler struktureller Ungleichheit stärker multidimensional, gradualisiert und dynamisch gedacht. Es ist damit geeigneter, auf die aktive Auseinandersetzung von Personen mit ihrer Situation aufmerksam zu machen, auf „Coping with and Avoiding Social Exclusion“. Den entsprechenden Handlungsstrategien widmete sich ein mit dem Akronym CASE benanntes europäisches Forschungsprojekt unter Federführung von Heinz Steinert. Es setzte sich zur Aufgabe, an diesen Handlungsstrategien, der „Welfare Policy from Below“, auch mit der staatlich organisierten Wohlfahrtspolitik anzuschließen. Anstatt Bedingungen festzulegen, die Personen für den Zugang zum Arbeitsmarkt und/oder zu abgeleiteten sozialen Sicherungsleistungen zu erfüllen haben, und damit selbst exkludierend zu wirken, hätte eine solche Politik auf diverse Lebenssituationen abzustellen und soziale Infrastrukturen zu schaffen, damit individuelle, familiäre, gemeinschaftliche und sozialstaatliche Ressourcen flexibel und gemeinsam nutzbar werden.  

Es fragt sich allerdings, wie weit sich die Bearbeitung sozialer Ausschließung auf Basis einer sozialstaatlich organisierten sozialen Infrastruktur heute auch auf die erfolgreiche Abwehr von Zumutungen einer bestimmten Lebensweise, von Diskriminierung und Stigmatisierung erstrecken kann bzw. wie sie die Herausbildung einer kollektiven Identität von Nicht-Angepassten unterbindet.
Wie verhindert insbesondere die Amalgamierung sozioökonomischer, rassistischer und kriminalisierender Ausschließung solidarische Ausschlussbearbeitung?

Eingangsstatement: Ellen Bareis