Kritische Theorie (3)

Von der Werk-Ästhetik zur Interaktions-Ästhetik

Der Ursprung der gemeinsam mit Christine Resch entwickelten Interaktions-Ästhetik liegt in der Kritik von Heinz Steinert am Jazz Verständnis von Adorno. Dessen konsequentes Festhalten an der Werk-Ästhetik thematisiere den Jazz ausschließlich hinsichtlich seiner kompositorischen Qualitäten, eben als Werk – die europäische Kunstmusik müsse daher als dem Jazz ästhetisch überlegen erscheinen. Wird jedoch der Jazz als Ereignis, als Interaktion zwischen den MusikerInnen auf der Bühne und mit dem Publikum thematisiert, dann könne die eigentliche Qualität des Jazz als „Ereignis“ gewürdigt werden. Diese Konzeption, vom Werk zum Ereignis, haben Heinz Steinert und Christine Resch zu einer umfassenden Kunsttheorie weitergeführt und diese insbesondere nicht nur am Jazz, sondern auch an der avantgardistischen Gegenwartskunst expliziert. Der Ergänzungsbegriff zur Interaktions-Ästhetik lautet Arbeitsbündnis, das u.a. so definiert wir: Ein Arbeitsbündnis sei ein „spezifischen Satz von kognitiven und normativen Voraussetzungen, die determinieren, wie mit dem Kultur-Ereignis umgegangen, wie es verstanden wird“ (Resch, Steinert 2003; 18) Kunst als Interaktions-Ästhetik im Kontext je spezifischer Arbeitsbündnisse zu verstehen ermögliche es, das Potential an Reflexivität des zugrunde liegenden Arbeitsbündnisses als Maßstab der Beurteilung zu entwickeln.

Wie eng sind die Konzepte der Interaktions-Ästhetik und des Arbeitsbündnisses miteinander verknüpft?

Ist das Konzept des Arbeitsbündnisses nicht zu weit gefasst? Muss es nicht, so wie es definiert ist, auch auf Politik, Religion, Sport usw. angewandt werden?

Wie verhält sich die Theorie der Kulturindustrie zum Konzept des Arbeitsbündnisses?

Eingangsstatement: Christine Resch